Monsanto hat noch lange nicht fertig.

Standard

Am 25. Mai war der weltweite „March Against Monsanto“. Tausende von Menschen gingen – von der Presse weitestgehend ignoriert – gegen eines der übelsten Unternehmen der Geschichte auf die Straße.

Und nur wenige Tage danach, wenige Tage, nachdem der massenhafte Protest gegen dieses Unternehmen, gegen Monsanto, diesen Chemie-Multi-Konzern, der vor etwa 100 Jahren mit der Herstellung des Süßstoffs Saccharin begonnen und im Lauf von 100 Jahren zu einem der weltweit größten Unternehmen überhaupt wurde, stattfand, geisterte eine Meldung insbesondere durch die Online-Welt, die sinngemäß verkündete, dass Monsanto sich aus dem europäischen Markt zurückziehen und darüber hinaus sich von seinen weiteren Plänen zur Aussaat und Auspflanzung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen verabschieden würde.

Ich habe diese Meldung, die natürlich nachvollziehbar bei vielen enttäuschten Demonstranten des March Against Monsanto große Freude auslöste, mit sehr verhaltenen Gefühlen zur Kenntnis genommen. Zu unglaublich schien es mir, dass dieser Konzern, der sich seit einhundert Jahren wie ein extrem hässlicher Ausschlag über die gesamte Welt ausbreitet, dass dieser Konzern, der über eine Fülle von Tochterfirmen, Konsortien, Holdings und Beteiligungen verfügt, der darüber hinaus mit nahezu sämtlichen weltweiten Konzernen aus allen Branchen mittelbar oder unmittelbar in besten Geschäftsbeziehungen steht, sich aus einem seiner wichtigsten Märkte zurückzieht mit der Begründung, die Akzeptanz des Namens Monsanto sei in Europa so schlecht, dass man den Markt aufgeben werde.

Und als ob ich es geahnt hätte, las ich heute, dass sich Monsanto keineswegs aus dem Europäischen Markt zurückziehen wird. Im Blog „Experiment Selbstversorgung“, der Online-Plattform eines wie ich nach erstem virtuellem Augenschein behaupten zu dürfen glaube hervorragenden Autarkie-Projekt in Österreich, erschien ein Artikel mit dem Titel „Monsanto gibt Europa NICHT auf“!

Nach der Lektüre habe ich mit Michael Hartl, dem Betreiber des Blogs und Autor des Artikels Kontakt aufgenommen und ihn gebeten, seinen Artikel hier in meinem Blog sozusagen „in Kopie“ veröffentlichen zu dürfen. Aus nachvollziehbaren Gründen haben wir uns statt dessen darauf geeinigt, dass ich seinen Artikel hier teasern und verlinken werde, damit man ihn bei Interesse dort in aller Ruhe nachlesen und sich bei der Gelegenheit auch gleich über das „Experiment Selbstversorgung“ informieren kann.

Michael schreibt in seinem Artikel:

„Die Presse jubelt: Monsanto gibt Europa auf! Und alle freuen sich.

Monsanto selbst schreibt dazu: Das stimmt so nicht. Und keinen interessiert es.

Ich möchte kurz darüber schreiben, was aus meiner Sicht wirklich passiert – und vor allem wie wir die Agro-Industrie tatsächlich besiegen können, wenn wir alle gemeinsam die richtigen Entscheidungen treffen.

Was Monsanto zur EU sagt

Recht schnell nach Aufkommen der ersten Meldungen in der Presse, Monsanto würde sich aus Europa zurückziehen, gab es eine Stellungnahme von Monsanto zur Vermarktung von Gentec-Saatgut in Europa. Hierz bezieht sich Monsanto auf die Meldungen der Presse:

weiterlesen>>

Hier stehe ich, ich kann nicht anders!

Standard

Vielleicht mag es dem einen oder anderen ja lächerlich erscheinen und vielleicht schlagen sich jetzt viele die Hand an die Stirn und verdrehen die Augen. Dennoch, um mit den unbelegten Worten Luthers vor dem Reichstag zu Worms zu sprechen, ich kann nicht anders.auf das reagieren, was gestern als Presseerklärung der Hessischen CDU veröffentlicht wurde. Die Worte des Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, die Presseerklärung der Hessen-CDU am Wochenende, und jetzt diese Presseerklärung, die einmal mehr die Widerwärtigkeit und die menschenverachtende Kälte dieser Fraktion zum Ausdruck bringen, lassen mir keine Wahl. Ich habe deshalb dem Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU im Hessischen Landtag abermals einen Offenen Brief geschickt, dessen Wortlaut ich abermals hier veröffentlichen werde in der Hoffnung, dass er Verbreitung finden wird im Netz.

Damen und Herren,
Herr Bellino,

einmal mehr sehe ich mich gezwungen, Ihre unsäglichen Äußerungen bezüglich des Polizeieinsatzes bei der Blockupy-Kundgebung am vergangenen Samstag zu kommentieren. Ich werde dies abermals in Form eines offenen Briefes tun, den ich über die mir zur Verfügung stehenden Kommunikationswege (eMail, Blog, soziale Netzwerke) weitergeben und zur weiteren Verbreitung durch Dritte freigeben werde.

Sie fragen – aus meiner Sicht ebenso unangebracht wie polemisch – ob „SPD und Grüne im schwarzen Block der Deomkratiefeinde“ stehen. Die Frage kann man durchaus zurückgeben, Herr Bellino, waren es doch Sie, der mit der Äußerung von der Abwägung zwischen dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und dem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit den Boden der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung ganz eindeutig und unleugbar verlassen und sich zu einer eklatanten Menschenrechtsverletzung bekannt und damit sogar noch gebrüstet hat. Stehen Sie im buchstäblich „schwarzen“ oder vielmenr „schwarz-gelben“ Block der Demokratiefeinde, Herr Bellino? Ich bin mir im Klaren darüber, dass Sie meine Frage nicht als Aufruf zu einem grundsätzlichen Diskurs über Demokratieverständnis verstehen werden. Für eine offene, faire Diskussion, das macht mir Ihr Medien-Verhalten der letzten drei Tage deutlich, stehen Sie, steht die CDU Hessen nicht zur Verfügung. Statt dessen laviert sie einmal mehr am ganz rechten Rand, dort, wo sie sich seit Jahren immer kurz vor Wahlen ganz besonders gerne aufhält.

Das Werfen von Feuerwerkskörpern, egal, ob dies nun in Fußballstadien oder auf Demonstrationen stattfindet, ist zu verurteilen. Das ist gar keine Frage und das steht auch in keinster Weise zur Debatte. Was hingegen sehr wohl zur Debatte steht und meiner Ansicht nach auch dringend einer juristischen Aufarbeitung, wenn nicht gar einer verfassungsrechtlichen Aufarbeitung in allen politischen Gremien bedarf, ist der völlig überzogene und in keinster Weise zu rechtfertigende Gewaltexzess von Teilen der Polizeikräfte in Frankfurt, der – das zeichnet sich zwischenzeitlich ab – von ganz oben, also entweder aus dem Innenministerium von Boris Rhein oder aus der Staatskanzlei von Ministerpräsident Bouffier verordnet war. Ganz offensichtlich war es die – zumindest inoffizielle – Strategie der Polizeiführung (die so etwas nicht aus sich heraus, sondern nur anhand einer klaren Befehlskette tut), die Demonstration zu eskalieren, die Demonstranten zu kriminalisieren um so,  da es auf dem für einen demokratischen Rechtsstaat üblichen Rechtsweg nicht möglich war, die ungewollte Demonstration vor der EZB zu verhindern und gleichzeitig die Demonstranten als einen Haufen krimineller Landfriedensbrecher zu diskreditieren.

Ganz offensichtlich gab es ja mehrere Versuche seitens der Versammlungsleitung, im Gespräch mit der Einsatzleitung die kritische Lage zu entzerren, zu entschärfen, was von der Einsatzleitung jeweils abgelehnt wurde. Ein solches Vorgehen zeigt deutlich, dass die Polizei überhaupt kein Interesse daran hatte, dass die Versammlung einen friedlichen Verlauf nimmt, im Gegenteil, sie tat alles, um genau diesen friedlichen Verlauf zu verhindern.

„Die CDU dankt den Polizeikräften, die Frankfurt und seine Bürger vor größeren Schäden bewahrt haben“. Ich danke der CDU nicht, denn die Polizeikräfte haben im Auftrag der hessischen Landesregierung der Demokratie in den Augen vieler Bürgerinnen und Bürger großen Schaden zugefügt und in meinem konkreten Fall mein Vertrauen in die Integrität des Staates und seiner Organe nachhaltig, wenn nicht gar irreparabel erschüttert.

„Für uns haben die Sicherheit und der Schutz von Menschenleben immer oberste Priorität“ – Herr Bellino, Augenzeugenberichten und den Berichten der Demo-Sanitäter zufolge, kam es bei dem Vorgehen der Polizeikräfte am Samstag zu deutlich mehr als 300 (in Worten DREIHUNDERT) Verletzten. Dreihundert Verletzte, die „auf das Konto“ der eingesetzten Polizeitruppen gehen, die im Unterschied zu den Demonstranten nicht mit Sonnenbrillen und Regenschirmen „vermummt“ waren – auch das war eine der mehr als lächerlichen Begründungen für das Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten – sondern mit Spezialuniformen, Knüppeln, Gummigeschossen und Reizgas in mehrere Liter umfassenden tragbaren Minicontainern ausgestattet waren. Eine Gefahr für die Sicherheit von Leben und Gesundheit dieser hochgerüsteten Polizeiarmee bestand also zu keiner Zeit. Das Vorgehen der Einsatzkräfte war überzogen, maßlos und war fernab vom Grundsatz der „Verhältnismäßigkeit der Mittel“, die die oberste Maxime eines jeden Polizeieinsatzes sein muss.

“ (…) menschenverachtendes Verhalten der Demonstrationsteilnehmer“ – Herr Bellino, ganz ehrlich: menschenverachtend, zynisch, demokratiefeindlich – das sind die Attribute, die ich Menschen wie Ihnen, die massive Übergriffe der Polizei als Erfolg für die Demokratie betrachten, zugestehen möchte.

Abermals ohne Gruß

Ralf Peter Maier

Menschenrechte „abwägbar“?

Standard

Der Parlamentarische Geschäftsfüher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Holger Bellino, hat, so lautet eine Meldung heute im sozialen Netzwerk „facebook“ folgenden Satz gesagt haben:

„In der Abwägung der Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit und Demonstrationsfreiheit wurde ein angemessener Ausgleich gefunden.“

Wenn man einmal von der Brutalität dieses Satzes, von seiner zynischen und menschenverachtenden Grundaussage, von seiner ganzen monströsen Abartigkeit, dann bleibt doch unterm Strich folgende Aussage stehen:

„Wir haben zwei Menschenrechte gegeneinander abgewogen und beschlossen, dass wir beide vorsätzlich verletzen, um unsere Interessen durchzusetzen“.

Vielleicht liege ich falsch – ich bin kein Jurist -, aber mein Verstand und mein Bauch sagen mir, dass hier ganz offen eine Menschenrechtsverletzung nicht nur zugegeben, sondern als geradezu als unausweichlich und alternativlos dargestellt wird. Wenn dem so ist, dann müssten doch spätestens jetzt bei allen kritischen Geistern die Alarmglocken schrillen!

Da ich weder in die Fraktionen der SPD noch in die der Grünen sowohl im Bundestag als auch im hässlichen hessischen Landtag auch nur einen Funken Vertrauen habe, habe ich heute die Fraktionen der LINKEn im Deutschen Bundestag und im Hessischen Landtag angeschrieben und die Frage gestellt, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege und in wie weit nun mit der dringend erforderlichen strafrechtlichen Aufarbeitung des vergangenen Wochenendes auch eine verfassungsrechtliche Aufarbeitung einher gehen muss.

Ich bin sehr gespannt auf die Antwort.

Offener Brief an die Hessen-CDU,

Standard

den Ministerpräsidenten des Landes Hessen sowie den Minister des Inneren des Landes Hessen zu den Vorgängen rund um die Blockupy-Proteste vom 1. Juni 2013

Damen und Herren der „Christlich“-„Demokratischen“ Union in Hessen,
Herr Ministerpräsident Bouffier, Herr Minister Rhein,

zu dem „Artikel“ über die Ausschreitungen der Polizei gegen friedlich demonstrierende Bürgerinnen und Bürger möchte ich Ihnen ein Zitat von Max Liebermann entgegen schleudern, der in Ohnmacht gegenüber den Fackelzügen der Nationalsozialisten nach deren Machtergreifung gesagt haben soll „Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte“.

Ihr widerwärtiger, zynischer Wahlkampf, der fast genau so ekelerregend ist wie der Rassismus-Wahlkampf 1999 von Roland Koch, der schon einmal die Demokratie mit Füßen getreten hat, um Wählerstimmen im rechtsextremen Morast, in der Kloake unseres Landes abzufassen, trifft die tausenden Menschen tief, die sich in Ihrem Bundesland der Übermacht der Banken, der Politik, der Lobbys entgegengestellt und sich als Stimme der armen Menschen, der Menschen ohne Lobby, der Tausenden von Fabrikarbeitern in Bangladesh, die für unseren Reichtum sterben, der Hartz-IV-Empfänger in unserem Land, die würdelos und in ihren elementarsten Bedürfnissen beschnitten leben müssen, weil Menschen wie Sie und Ihre Landesregierung ihnen die Luft zum Atmen nehmen Gehör – auch Ihr Gehör – zu verschaffen versucht haben.

Die Antwort Ihrer Landesregierung waren Knüppel, Tränengas, Kessel – ein Polizeieinsatz, der dem faschistischen Regime in Russland unter Wladimir Putin zur Ehre gereicht hätte.

Eine deutsche Landesregierung hebelt kalt lächelnd das Grundgesetz aus, hindert Bürger an ihrem verfassungsmäßig verbrieften Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit, knüppelt vertreten durch ihre hochgerüsteten und bis an die Zähne bewaffneten Prügeleinheiten der Polizei in blinder Gewalt auf Männer, Frauen und Kinder ein und verkauft diese Schandtat, diese Schmach, diese dunkle Stunde der Demokratie als erfolgreich!

Wie tief kann eine Partei, wie tief können Politiker sinken, dass sie es nötig haben, mit solchen Mitteln Wahlkampf zu machen? Das ist nicht Gossenwahlkampf, das ist nicht Kloakenwahlkampf, das ist Fäkalwahlkampf von seiner übelsten Sorte!

Hätten Sie auch nur einen Funken Anstand im Leib, würden Sie sich bei den Menschen, denen am gestrigen Tag brutale Gewalt angetan wurde, entschuldigen, sie um Verzeihung bitten, weil Sie, namentlich Ihr Innenminister Boris Rhein und Ihr Ministerpräsident Volker Bouffier, dieses brutale Verbrechen an der Demokratie zu verantworten haben.

Sie bezeichnen sich als Christdemokraten und haben doch längst auch nur den geringsten Kontakt zu jedweden christlichen Werten vollkommen verloren. Sie sind egoistisch, habgierig, machtbesessen, selbstverliebt und darüber hinaus skrupellos in der Wahl ihrer Mittel. Moral ist für Sie nur ein Wort, das Sie nach Belieben missbrauchen, wenn es Ihnen für Ihre schmutzigen Geschäfte zum Nutzen gereicht.

Pfui! Ich spucke vor Ihnen auf den Boden in fassungsloser und ohnmächtiger Wut über soviel kaltschnäuzige Widerwärtigkeit!

Ohne Gruß, das sind Sie mir nicht wert!

Ralf Maier

1990 – 2012

Standard

Mahmud Azhar

Andrzej Fratczak

Amadeu Antonio Kiowa

Klaus-Dieter Reichert

Nihad Yusufoglu

Jorge João Gomondai

Matthias Knabe

Helmut Leja

Agostinho Comboio

Samuel Kofi Yeboah

Mete Ekşi

Gerd Himmstädt

Timo Kählke

Dragomir Christinel

Gustav Schneeclaus

Ingo Finnern

Nguyễn Van Tu

Thorsten Lamprecht

Emil Wendtland

Sadri Berisha

Dieter Klaus Klein

Ireneusz Szyderski

Frank Bönisch

Günter Heinrich Hermann Schwannecke

Waltraud Scheffler

Rolf Schulze

Karl Hans Rohn

Alfred Salomon

Silvio Meier

Bahide Arslan

Ayse Yilmaz

Yeliz Arslan

Bruno Kappi

Hans-Jochen Lommatsch

Sahin Calisir

Karl Sidon

Mario Jödecke

Mike Zerna

Mustafa Demiral

Matthias Lüders

Belaid Baylal

Jeff Dominiak

Gürsün Ince

Saime Genç

Hatice Genç

Gülüstan Öztürk

Hülya Genç

Horst Hennersdorf

Hans-Georg Jakobson

Bakary Singateh

Ali Bayram

Eberhardt Tennstedt

Klaus R.

Beate Fischer

Jan W.

Gunter Marx

Piotr Kania

Michael Gäbler

Horst Pulter

Peter T.

Dagmar Kohlmann

Klaus Peter Beer

Maiamba Bunga

Nsuzana Bunga

Françoise Makodila

Miya Makodila

Christelle Makodila

Legrand Makodila

Jean-Daniel Makodila

Rabia El Omari

Sylvio Amoussou

Patricia Wright

Sven Beuter

Martin Kemming

Bernd G.

Boris Morawek

Werner Weickum

Andreas Götz

Achmed Bachir

Phan Van Toau

Frank Böttcher

Antonio Melis

Stefan Grage

Horst Gens

Augustin Blotzki

Matthias Sch.

Erich Fisk

Georg V.

Josef Anton Gera

Jana Georgi

Nuno Lourenco

Farid Guendoul

Egon Efferetz

Peter Deutschmann

Carlos Fernando

Patrick Thürmer

Kurt Schneider

Hans-Werner Gärtner

Daniela Payerl

Karl-Heinz Lietgz

Horst Zillenbiler

Ruth Zillenbiler

Jörg D.

Bernd Schmidt

Hemut Sackers

Dieter Eich

Falko Lüdtke

Alberto Adriano

Matthias Larisch von Woitowitz

Yvonne Hachtkemper

Thomas Goretzki

Klaus-Dieter Gerecke

Jürgen Seifert

Norbert Plath

Enver Şimşek

Malte Lerch

Eckhardt Rütz

Willi Worg

Fred Blanke

Mohammed Belhadj

Abdurrahim Özüdoğru

Süleyman Taşköprü

Klaus Dieter Harms

Dieter Manzke

Doris Botts

Habil Kılıç

Axel Obernitz

Ingo B.

Kajrat Batesov

Klaus Dieter Lehmann

Roland Malsch

Marinus Schäberl

Ahmet Sarlak

Hartmut Balzke

Andreas Oertel

Enrico Schreiber

Gunter T.

Gerhard Fischhöder

Hartmut Nickel

Alja Nickel

Mechthild Bucksteeg

Petros C.

Stefanos C.

Viktor Filimonov

Aleksander Schleicher

Waldemar Ickert

Oleg Valger

Martin Görges

Mehmet Turgut

Thomas Schulz

Ismail Yaşar

Theodoros Boulgarides

Tim Maier

Andreas Petrzak

Mehmet Kubaşık

Halit Yozgat

Andreas F.

Michèle Kiesewetter

M. S.

Peter Siebert

Bernd Köhler

Karl-Heinz Teichmann

Hans-Joachim Sbrzesny

Rick Langenstein

Marcel W.

Marwa El-Sherbini

Sven M.

Kamal Kilade

Duy Doan Pham

André Kleinau

Klaus Peter Kühn

Oury Jalloh

Farid Boukhit

Arthur Lampel

sowie 7 weitere Männer und Frauen, deren Namen nicht bekannt sind.

183 Menschen, 183 Schicksale, 183 Opfer rechtsextrem motivierter Gewalttaten in Deutschland 1990 bis 2012.

„Monika lag zwei Wochen tot im Heim“

Standard

„Monika lag zwei Wochen tot im Heim: einfach vergessen!“* So lautet die gestrige Schlagzeile in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben, deren Name ich jetzt nicht nenne, weil sie sowieso jeder kennt und ich deshalb nicht bereit bin, dafür auch noch Werbung zu machen. Ich bin darauf über ein Posting in Facebook aufmerksam geworden und habe mich etwas intensiver mit der Headline und mit dem dazu gehörigen Artikel beschäftigt.

Der Titel klingt – ja, so grausam das klingt – „verführerisch“. Jeder Leser will sofort wissen, was da los war. Wie das sein kann. Wittert einen neuen, grausamen Pflegeskandal.Wenn man sich dann den dazugehörigen Artikel einmal durchliest, wird schnell klar: Weder lag Monika tot im Heim, noch wurde sie vergessen. Da vermutlich auch der Name „von der Redaktion geändert“ wurde, was ja in der Regel gemacht wird, können wir also getrost davon ausgehen, dass zumindest in der Headline zu dem dazu gehörigen Artikel nichts, aber auch wirklich gar nichts stimmt.

Aber was war tatsächlich passiert? Das erschließt sich, wenn man sich die Mühe macht, den aus dem Mund quellenden Schaum noch ein wenig im Zaum zu halten und erst einmal weiterzulesen.

Dann kann man nämlich lesen, dass Monika mitnichten „im Heim“ gelebt hat, wie die Headline suggerieren will, sondern in einem an ein Pflegeheim angeschlossenes sogenanntes „Betreutes Wohnen“. Was die wenigsten wissen: hinter dem Begriff „Betreutes Wohnen“ steckt keinerlei Qualitätsbegriff, es handelt sich lediglich um die Bezeichnung für eine Wohnform. „Betreutes Wohnen“ unterliegt nicht, weder bundesweit noch in den Bundesländern, der Heimgesetzgebung und somit auch nicht der Heimaufsicht. Und: in jedem Bundesland ist anders definiert, was überhaupt unter dem Begriff „Betreutes Wohnen“ zu verstehen ist. Einig ist man sich einzig und allein darin, dass das „Betreute Wohnen“ eine Wohnform ist, dass es seitens des Trägers der Einrichtung zielgruppengerecht angepasste Pflege- und/oder Betreuungsangebote gibt, die die Bewohner individuell buchen können, die also jeweils einzeln abgerechnet und bezahlt werden. Wie dies in der Praxis ausgestaltet ist, ist so unterschiedlich wie die Beschaffenheit der Wohnungen selbst, denn auch die müssen keinerlei Vorgaben entsprechen. Eine Regelung gibt hier einzig die DIN-Norm 77800, in der geregelt ist, dass der Betreiber der Anlage Informationen über die Wohnanlage, die Wohnung, die Grund- und Wahlleistungen sowie die Kosten und die Finanzierung der Wohnung transparent machen muss. Einzig die Einhaltung der DIN-Norm 18025, die vorschreibt, wie der Begriff der „Barrierefreiheit“ definiert ist und welche Anforderungen ein Bauwerk erfüllen muss, um als barrierefrei bezeichnet zu werden, ist bindend in der Norm 77800 geregelt.

Im konkreten Fall war es wohl so, dass „Monika“ in eine solche Wohnung einzog und keinerlei pflegerische oder sozialbetreuerische Leistungen beansprucht hat, ja, dass sie dies sogar explizit bei Einzug abgelehnt hat. Einzig der Bringdienst fürs Mittagessen war vertraglich vereinbart. Ansonsten war diese Frau, ganz so wie Millionen andere ältere Menschen, vollkommen auf sich selbst gestellt, was ja auch in Ordnung ist, da ja jeder Mensch das Recht hat, selbstbestimmt zu entscheiden, welche und wieviel Hilfe er für die Bewältigung seines Alltags benötigt. Es heißt weiter: „Sie war schwierig“ – im Kontext heißt das nichts anderes als: „Frau E. gewährte Besuchern nur sporadisch Einlass“. Was ja nichts außergewöhnliches ist – ich wollte auch nicht, dass sich Hinz und Kunz bei mir die Klinke in die Hand geben.

Aber lesen wir weiter: „‚Je nach Wunsch wird das Essen in die Wohnung geliefert oder davor abgestellt (…) Bei Frau E. war es nicht unüblich, dass das gelieferte Essen nicht angenommen wurde.“‘ – auch hier: ganz anders, als in der Schlagzeile suggeriert. Es ist absolut üblich, dass Mahlzeitenlieferdienste, die ältere Menschen zuhause mit dem Mittagessen beliefern, dies vor der Tür abstellen. Natürlich kann auch vereinbart werden, dass das Essen in die Wohnung gebracht wird, auch, dass es serviert wird, kann vereinbart werden, das kostet dann aber zusätzlich Geld, und wer selbst in der Lage ist, sich das Essen warm zu machen wird das auch tun und kein Geld dafür ausgeben, dass einem ein fremder Mensch den Deckel vom Warmhaltebehälter abzieht. Deshalb trifft auch den Fahrer vom Mahlzeitenservice hier überhaupt keine Schuld. Klar, er hätte sich fragen können, weshalb über einen längeren Zeitraum das Essen nicht angerührt wurde, er hätte diese Beobachtung weiter geben können, aber das würde voraussetzen, dass jeden Tag derselbe Fahrer bei Frau E. vorbeigekommen ist, um das Essen abzuliefern – und davon ist natürlich nicht auszugehen, die Fahrer werden disponiert und haben ihre Touren, heute diese, morgen jene. Und offensichtlich war es ja auch nicht unüblich, wie es im Text heißt, dass Frau E. das gelieferte Essen nicht annimmt, so dass allein diese Tatsache für sich auch nicht als Indiz gewertet werden konnte, dass etwas nicht in Ordnung war.

Weiter heißt es dann im reißerischen Text: „Die Angehörigen von Monika E. sind entsetzt. Werner M. (73), der Bruder der Toten: „Wir hatten meine kleine Schwester lange nicht erreicht. Bis die Heimleitung dann endlich mal die Tür aufschloss. Da war Monika lange tot.““ – stellt sich natürlich die Frage: wenn „wir meine kleine Schwester lange nicht erreicht“ haben, warum haben die Angehörigen dann nicht schon nach zwei, drei Tagen die Leitung des angeschlossenen Pflegeheims gebeten, nachzusehen? Oder noch besser: warum kamen sie nicht selbst? Auch hier kann man nur spekulieren. Wir wissen nicht, ob es den Angehörigen möglich war, selbst zu kommen, wir wissen nicht, ob sie weiter weg oder in der Nähe wohnen und ob sie selbst noch ausreichend gut zu Fuß sind. Wir wissen auch nichts über die Beziehungsstruktur zwischen Frau E. und ihren Angehörigen. Da sie aber anscheinend sehr isoliert gelebt hat, kann man spekulieren, dass auch das Verhältnis zur eigenen Familie nicht von großer Nähe geprägt war.

Leider kann man in diesem Fall eigentlich niemandem einen Vorwurf machen. Auch nicht der Leitung des angeschlossenen Pflegeheims. Dort hat man sich – aus meiner Sicht – auch völlig korrekt verhalten.

Das Problem von Frau E. war das Problem, das viele ältere und alte Menschen haben. Sie hat isoliert gelebt, die Kontakte zur Außenwelt waren stark reduziert. Oftmals ziehen sich Menschen im Alter, insbesondere dann, wenn der eigene Freundses- und Bekanntenkreis immer dünner wird und man auch innerfamiliär kein besonders herzliches, auf gegenseitige Unterstützung und gegenseitiges aufeinander achten angelegtes Beziehungsnetz findet, auf das man zurückgreift und das von selbst immer mal wieder nach dem rechten sieht, immer weiter in sich selbst zurück. Aus Vereinsamung wird Isolation, aus Isolation wird langsames soziales Sterben. Das ist das eigentliche Problem unserer Gesellschaft. Die Schnelllebigkeit, die totale Beschleunigung, das Fixiertsein auf berufliches Fortkommen, all das macht es alten Menschen zunehmend schwer, den Kontakt zu ihrer Umwelt zu halten. Das Leben ist zu schnell für Menschen, die körperlich und oftmals auch geistig nicht mehr so recht mitkommen. Und den Rückhalt in der Familie, den es möglicherweise früher einmal gab (wobei auch diese romantische Verklärung von der Mehrgenerationengroßfamilie soziologisch kaum haltbar ist, weil es sie so auch früher nicht regelmäßig gab), den gibt es heute nicht mehr. Die ohnehin schon kleine Familie strebt mit dem Erwachsen der nachkommenden Generationen sowohl gedanklich als auch geographisch immer weiter auseinander und somit werden auch die Löcher im sozialen Netz der Familie immer größer. Aber das ist der Zeitung mit den vier großen Buchstaben natürlich keine Schlagzeile wert.

*Quelle: Bild Deutschland, Online-Ausgabe, 28.05.2013

Ein garstig‘ Lied! Pfui! Ein politisch‘ Lied!

Standard

… so heißt es in Goethes Faust. Aber stimmt das? Ist das so? Ist politisches Liedgut wirklich „garstig“? Nun, das liegt wohl letztlich immer im Auge des Betrachters. Während ich das Horst-Wessel-Lied oder den von Hass zerfressenen „Gesang“ rechtsradikaler Bands, Sänger und Liedermacher durchaus nicht nur als garstig, sondern als extrem widerwärtig und in hohem Maße kriminell empfinde, gehören Songs wie „Sei wachsam“ von Reinhard Mey, „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader, „Sie fangen wieder an“ von den Gebrüdern Engel oder die tollen Songs der niederländischen Band „bots“ schon seit Jahrzehnten zu meinem bevorzugten Liedgut.

Heute, beim Nachhausefahren von meiner Schicht im Lädle, hörte ich im Bus Musik der beiden legendären Stuttgarter Liedermacher Erich Schmeckenbecher und Thomas Friz, besser bekannt vor allem in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts unter dem Namen „Zupfgeigenhansel“.

Gerade, als der Bus vom Cannstatter Wilhelmsplatz her kommend die Altenburger Steige hinaufschnaufte, lief „Der Deserteur“, danach folgte „Die bange Nacht“ und schließlich „Victor Jara“. Alle drei Stücke handeln von Fremdbestimmung, Unterdrückung, Gewalt, Willkür, Staatsterrorismus, Hass, Vernichtung. Und von mutigen Männern, die sich ihren jeweiligen Despoten und Diktatoren entgegenstellten und todesmutig ihren Weg bis zum Ende gingen. Die drei Stücke haben mich sehr nachdenklich gemacht. Wäre ich – in einer vergleichbaren Situation – dazu bereit, mein Leben zu riskieren, um mich einem mörderischen Regime entgegenzustellen? Oder würde ich mich vielleicht doch eher wegducken, auf dass man mich nicht bemerke, auf dass ich mir eine Nische schaffe, in der ich mich verkriechen kann, bis die Zeiten wieder besser werden? Oder wäre ich vielleicht ein Mitläufer? Würde ich gar zum Feind überlaufen, mich mit dem Despoten eins machen, nur um mein eigenes, jämmerliches Leben zu retten? Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht wissen, denn ich hatte das große Glück, in eine Zeit hineingeboren zu werden, die bereits jetzt als die längste Periode kontinuierlichen Friedens (in meinem Land!) seit vielen hunderten von Jahren gilt. Ich weiß nicht, wie es ist, nur die Wahl zu haben, in einen Krieg zu ziehen, der nicht meiner ist, um dort zu sterben für eine Idee, von der ich nicht überzeugt bin oder an die Wand gestellt zu werden im Namen einer Ideologie, die meine nicht ist.

„Der Deserteur“ handelt von einem „Fahnenflüchtigen“, der von der französischen Regierung den Marschbefehl in den Algerienkrieg bekommen hat und sich dieser Einberufung durch Desertion entzieht. Der Algerienkrieg tobte von 1954 bis 1962. Über die Zahl der Opfer dieses Krieges lässt sich bis heute nur spekulieren, da sowohl die algerische Seite, also die FLN als auch die französische Seite die Zahl der Opfer sehr unterschiedlich bewerten. So spricht die FLN von 1,5 Millionen Toten Algeriern, während die französischen Behörden „nur“ von 20.000 Toten spricht. Die Wahrheit bleibt wie so oft eines der Opfer dieses Krieges.

In „Die bange Nacht“ schreibt ein unbekannter Soldat an seine Frau und rechnet wütend und desillusioniert mit der Brutalität des Hitlerregimes und des von ihm verabscheuten Krieges ab.

„Victor Jara“ wiederum zeichnet das Leben und Sterben des großen chilenischen Freiheitsdichters ab, der im September 1973 mit gerade mal 41 Jahren von den Folterknechten des faschistischen Pinochet-Regimes brutal zu Tode gequält wurde. Die Putschisten hatten am 11. September 1973 mit aktiver Mithilfe des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA die Macht im Land übernommen, weil es für die US-Regierung unerträglich schien, dass quasi vor ihrer Haustür ein sozialistischer Staat entstanden war mit einem mit breiter Mehrheit vom Volk gewählten Präsidenten.

Hier nun die Liedtexte, die ich unter www.kampflieder.de noch einmal genau nachgelesen und von dort herauskopiert und hier eingefügt habe. http://www.kampflieder.de ist eine kommunistische Plattform, die Arbeiter- und Antikriegslieder aus aller Welt sammelt und der Allgemeinheit in Wort und Ton zugängig macht. Und wenn sich nun irgendwer Gedanken macht: nein, ich bin kein Kommunist, ich definiere mich als christlicher Sozialist oder als sozialistischer Christ, aber ich habe überhaupt kein Problem damit und keinerlei Berührungsängste, Liedtexte, die mich persönlich tief anrühren, dort zu suchen und zu finden.

Der Deserteur

Ihr sogenannten Herrn, ich schreibe euch ein Schreiben,
lest oder lasst es bleiben und habt mich alle gern.
Ich kriege da, gebt acht, die Militärpapiere,
dass ich in’n Krieg marschiere und zwar vor Mittwochnacht.

Ich sag Euch ohne Trug: ich finde euch so öde,
der Krieg ist völlig Blöde, die Welt hat jetzt genug.
Ihr sogenannten Herrn, ich sage euch ganz offen,
die Wahl ist schon getroffen: ich werde desertier’n!

Seit ich auf Erden bin, sah ich viel Väter sterben,
sah Brüder viel verderben, sah weinen manch ein Kind;
sah Mütter voller Gram, sie konnten nicht vergessen;
sah and’re vollgefressen, wohlauf trotz Blut und Schlamm.
Sah der Gefang’nen Leid; um’s Leben nur belogen,
um ihre Frau’n betrogen, und ihre gute Zeit.
Früh wenn die Hähne krähn, dann schließ
ich meine Türen, will tote Jahre spüren und auf die Straße gehen.

Dann geht es drauf und dran auf Welle, Wind und Wegen
Der neuen Welt entgegen, ich rufe jedermann:
Lebt euer Leben aus, ringt Furcht und
Elend nieder, schießt nicht auf eure Brüder in dieser Erde Haus.

Ihr sogenannten Herrn, müsst ihr denn Blut vergießen,
so lasst das eure fließen, ihr predigt das so gern.
Sagt eurer Polizei, sie würde mich schon schaffen,
denn ich bin ohne Waffen, zu schießen steht ihr frei.

———

Die bange Nacht

Die bange Nacht ist nun herum,
wir fahren still, wir fahren stumm.
Wir fahren ins Verderben!
Wie weht so frisch der Morgenwind
gib her, noch einen Schluck geschwind
vorm Sterben, vorm Sterben.

Der erste Schluck – du liebes Weib!
An dich denk‘ ich mit Seel‘ und Leib
an dich und uns’re Erben!
Ihr Lieben, ach, es ist so schwer
für Görings Bauch und Hitlers Ehr‘
zu sterben, zu sterben!

Der zweite Schluck – mein deutsches Land
wie lebst du heut‘ in Schmach und Schand‘
In Elend und Verderben!
Der Reiche sauft und frißt vergnügt
doch unser armes Deutschland liegt
im Sterben, im Sterben!

Der dritte Schluck – ich sag‘ es laut:
Dreht die Kanonen um und haut
das Hitlerreich in Scherben!
Wenn wir vom Feind das Land befrei’n,
dann soll’s uns eine Ehre sein
zu sterben!

———-

Victor Jara

Victor Jara war ein Bauerssohn
Als Kind arbeitete er
auf sonnenheissen Feldern
Das Leben in Chile war schwer
Seine Hände wurden stark
Seine Hände wurden stark

Er wuchs und lernte kämpfen
Seine Augen sahen immer mehr
Sie sahen die Ungerechtigkeiten
in den Dörfern und Städten ringsumher

Das Kämpfen und das Feiern
und was das Leben macht
hat er für sein chilenisches Volk
in Töne und Verse gebracht
Diese Verse waren zärtlich
Diese Verse waren stark

Er sang für die Minenarbeiter
für die Bauern auf dem Land
Er sang vor vielen Fabriken
und jeder Arbeiter verstand
Er begleitete Allende
War viel Arbeit Tag und Nacht
Er sang : Nimm deines Bruders Hand
Es wird Schluss mit der Not gemacht

Seine Hände waren zärtlich
Seine Hände waren stark

An einem hellen Tag im September
schlug die Mörderjunta zu
Faschisten-Generäle überfielen das Land
und in Chile herrschte Friedhofsruh
Tausende in Kerkern,
auch Victor Jara war dabei
Sie verschleppten viele ins Stadion
zu Folter und Quälerei

Und nichts mehr war zärtlich
Nein nichts mehr war stark

Erschießungen am Morgen
Schüsse auch in der Nacht
Pinochets Folterschergen
Haben Victor Jara nicht stumm gemacht
Er sang dort für seine Genossen
Seine Stimme machte vielen Mut
Er zersang all ihre Ängste ?
Selbst angstvoll und doch voller Mut

Denn seine Stimme war zärtlich
Seine Stimme war stark

Die Faschisten zerbrachen seine Hände
trotzdem hat er Lieder gemacht
Da zerschlugen die Bestien sein Gesicht
Haben ihn langsam umgebracht
Victor Jara wurde ermordet
Doch seine Lieder sind nicht tot
Sie singen weiter von der Freiheit
helfen Chiles Volk in der Not

Denn seine Lieder sind lebendig
Seine Lieder sind stark

Und wir hören seine Stimme
singen von dem, was noch zählt
In dem Kampf um Chiles Freiheit :
Das ist unsre Solidarität
Diese Kraft ist zärtlich
Diese Kraft ist stark

Diese Kraft ist zärtlich
Ja diese Kraft ist stark

Unsere Kraft ist zärtlich
Ja die Wahrheit ist stark