Der Gockel kräht!

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header_kirchenwahl_2013Am 1. Dezember ist Kirchenwahl. Kirchenwahl? Was ist das denn? Ganz einfach. Am 1. Dezember wählen sich zum einen die evangelischen Christen in den Kirchengemeinden vor Ort in der Evangelischen Landeskirche Württemberg ein neues Leitungsgremium, den Kirchengemeinderat. Er bestimmt für immerhin sechs Jahre die Geschicke der Gemeinde: Haushalt, Sanierung von Gebäuden, Gottesdienstrahmen, Einstellungen von theologischen und nichttheologischen hauptamtlichen Gemeindemitarbeitern, Einstellung von Pfarrerinnen und Pfarrern etc.

Außerdem wird am 1. Dezember die Landessynode gewählt. Die Landessynode ist so etwas wie der Landtag der Evangelischen Landeskirche. Warum eigentlich „Württemberg“ und nicht „Baden-Württemberg“? Im Jahre 1534 setzte der damalige Herzog Ulrich die Reformation im Herzogtum Württemberg durch. Es galt die Grundregel „Cuius regio, eius religio“ aus dem Augsburger Religionsfrieden und dem Westfälischen Frieden und bedeutete: der Glauben, dem der jeweilige Herrscher angehört, wird auch zur Staatsreligion. In Württemberg bedeutete dies: Herzog Ulrich war, nachdem er zum Protestantismus übergetreten ist und Johannes Brenz als Reformator eingesetzt hat, automatisch der summus episcopus, das weltliche und geistliche Staatsoberhaupt, sozusagen der Landesbischof. Dies wurde beibehalten bis zum Ende der württembergischen Monarchie 1918.

Die Grenzen der Landeskirchen hat man damals beibehalten, weshalb es jetzt in Baden-Württemberg eine badische und eine württembergische evangelische Landeskirche gibt.

Wer also Einfluss nehmen möchte auf die Arbeit der Evangelischen Kirche in Württemberg und in seiner Ortskirchengemeinde, dem sei anempfohlen, seine Stimmen für den Gemeinderat und für die Landessynode am 1. Dezember abzugeben. Dies kann man ganz bequem per Briefwahl oder aber im Wahllokal – und das wäre doch eine gute Gelegenheit, mal wieder in den Gottesdienst zu gehen!

Ach ja: weitere Infos rund um die Kirchenwahl gibt es hier!

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„Wir schreiben das Jahr 2013 nach Christus…

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Ganz Stuttgart befindet sich im Sonntagsschlaf… Ganz Stuttgart? Nein! Ein von unermüdlichen Stadtisten bevölkertes Ladenlokal hört nicht auf, seine Idee voranzutreiben…“

So könnte man das umschreiben, was sich gestern nachmittag in der „Galerie Dora Asemwald“ im Stuttgarter Heusteigviertel zugetragen hat. Ein kleines Häuflein Stadtisten traf sich gegen 16 Uhr, die Emotionen gingen von völlig ruhig über nervös bis hin zu großer Verzweiflung und schierer Panik, denn eines ist ihnen allen gemeinsam: keiner von ihnen hat jemals an einem ähnlichen Projekt auch nur mitgearbeitet, geschweige denn es zu initiieren und auch wirklich mit großer Zähigkeit und vielen, vielen durchgewachten Nächten auf den Weg zu bringen.

Seit Anfang September sind die Stadtisten nun am Start, im Hintergrund wird unter Hochdruck daran gearbeitet, nach dem vor kurzem der Öffentlichkeit präsentierten „Stadtistischen Manifest“, wie die Stadtisten das nennen, was bei Parteien (die Stadtisten legen großen Wert auf die Feststellung, dass sie eben keine Partei sind!) das Programm ist, nun auch Inhalte nachzuschieben. Inhalte, denen eines gemeinsam ist: Sie stellen keinen Anspruch auf Allgültigkeit, sie stellen keinen Anspruch auf „die Lösung“ der Probleme der Stadt, sie zeichnen sich aus durch das, was die Stadtisten „Haltung“ nennen, eine ethische Richtschnur, an der sich das Handeln orientiert. Es darf mit Spannung auf den „Launch“ der Homepage gewartet werden, denn derzeit ist auf der Seite, die demnächst die Stadtistische Homepage sein wird, lediglich – als „Teaser“ sozusagen – das Stadtistische Manifest zu lesen. Im übrigen ein Stoff, den zu lesen sich lohnt!

Die neu gegründete Wählergemeinschaft „Die Stadtisten“ hat die sozialen Netzwerke erobert und ist seit gestern nachmittag mit einer eigenen Seite auf facebook vertreten. Und was von den Aktiven keiner für möglich gehalten hat: schon innerhalb von nicht einmal 24 Stunden wurde deutlich, dass die Akzeptanz für die Idee der Stadtisten ganz offensichtlich bei vielen den Nerv getroffen hat, übertraf die Zahl derer, die – aus welcher Motivation auch immer – vor ihrem PC, an ihrem Tablet oder Smartphone saßen und „gefällt mir“ gedrückt haben, doch die kühnsten Erwartungen aller Beteiligten.

Freuen wir uns auf weitere Berichte der Stadtisten, freuen wir uns darauf, schon bald wieder von diesem Häufchen hochmotivierter, für eine wunderbare Sache brennender Stuttgarterinnen und Stuttgarter zu lesen und zu hören!