Was bleibt, sind die Erinnerungen…

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„Viele Wochen habe ich gehofft, dass du noch einmal die Kurve bekommst. Aber am Abend des 31. Oktober letztes Jahr war alle Hoffnung vergeblich. Nach 15 wunderbaren Jahren, die wir beide mit einander verbringen durften, musste ich mit dir zur Tierärztin gehen, während draußen die kleinen Halloween-Monster Süßes gefordert und mit Saurem gedroht haben. Frau Fr. Bendel hat dir, während du in meinen Armen gelegen hast, die Spritze gegeben, die dich von deinen schlimmen Schmerzen erlöst und dir den Weg über die Regenbogenbrücke erleichtert hat. Wir haben so vieles mit einander erlebt, wir sind durch dick und dünn gegangen und ohne dich an meiner Seite wäre ich heute nicht mehr hier.“

Das habe ich kurz nach deinem ersten Todestag auf meiner facebook-Seite veröffentlicht. Heute habe ich dich besucht. Habe dein Grab gerichtet, wo wir dich vor einem Jahr zur letzten Ruhe gebettet haben, an der Seite von Willi und Fredi. Bestimmt tobt ihr drei gerade da oben auf der anderen Seite des Regenbogens herum, zusammen mit all den anderen.

Und vielleicht guckst du ja ab und zu mal zu mir herunter und freust dich darüber, dass ich jetzt, nach einem Jahr, auf ganz andere, wundervolle Weise wieder glücklich werde und der große Schmerz, der mich begleitet, seitdem du gegangen bist, zwar nicht vergeht, aber doch jeden Tag ein wenig kleiner wird.

Was bleibt sind die Erinnerungen. Und die Gewissheit, dass du ein ganz besonderer Wegbegleiter für mich warst.

So long, kleiner Freund. Bis zum nächsten Mal.

„Bund halbiert Gelder für Deutschkurse“

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So lautet eine der Schlagzeilen im Lokalteil der Stuttgarter Nachrichten vom Ostersamstag.

Dem Artikel zufolge hat das Bundesarbeitsministerium völlig überraschend und offensichtlich auch komplett intransparent die Mittel aus dem EU-Sozialfonds eingekürzt, was zur Folge hat, dass bereits geplante Sprachkurse nicht mehr realisiert werden können und erst im Januar 2015 wieder EU-Zuschüsse für Sprachkurse beantragt werden können.

Vermutet wird, so heißt es in dem Artikel, den ich auf der Homepage der StN leider nicht gefunden habe, dass die wegfallenden Mittel umgeschichtet werden sollen, es vermag aber bis jetzt noch niemand zu sagen, in welche Kanäle. So wird Isabel Lavadinho von der städtischen Arbeitsförderung zitiert. Und weiter: „Unsere Prozesse haben wir immer transparent dargelegt. Beim Ministerium vermissen wir diese Transparenz schmerzlich“.

In dem Artikel heißt es weiter:
In Stuttgart gehen dadurch allein im laufenden Jahr 400 Menschen leer aus: bereits angeworbene Fachkräfte aus dem Ausland, Flüchtlinge, Asylbewerber oder nachgezogene Familienmitglieder. Sie konnten bisher Kurse in Anspruch nehmen, jeweils angepasst an ihre individuellen Fähigkeiten. Das Lernen der deutschen Sprache wird ihnen künftig deutlich erschwert.

Fassen wir also zusammen: Die Bundesregierung, namentlich das Arbeitsministerium, kürzt Mittel derart drastisch zusammen, dass 400 Menschen, die willig und bereit waren, die deutsche Sprache zu erlernen, daran gehindert werden.

Gleichzeitig wird das fehlende Beherrschen der deutschen Sprache als KO-Kritierium für Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis gewertet.

Die Bundesregierung (auch hier unter anderem wieder das Arbeitsministerium) versucht händeringend, Fachkräfte, etwa in der Pflege, im nicht-deutschsprachigen Ausland zu rekrutieren, um dem hier immer schlimmer werdenden Pflegenotstand Herr zu werden und die selbst geschaffenen Versorgungslücken mit hier ausgebildeten Fachkräften irgendwie zu stopfen, gleichzeitig aber versagt sie diesen Leuten den Deutschkurs?

Die Bundesregierung verhindert qua Beschluss wichtige Maßnahmen zur Integration von Zuwanderern und tut das ohne Begründung?

Hier sind zum einen die Stuttgarter Bundestagsabgeordneten gefragt, massiv beim Bundesarbeitsministerium zu hinterfragen, warum und mit welchem Zweck diese Mittelkürzung erfolgt ist. Gleichzeitig ist die Stadt Stuttgart gefordert, und zwar Oberbürgermeister Kuhn persönlich, ebenfalls beim Bundesarbeitsministerium deutlich und nachdrücklich Klarstellung zu verlangen und dafür zu sorgen, dass diese Entscheidung rückgängig gemacht wird.

Das Ministerium zerschlägt mutwillig und wie es scheint ohne wirklich Not – denn sonst würde es sich ja zu den Gründen wenigstens den Betroffenen Behörden gegenüber äußern – Porzellan und zerstört wertvolle Arbeit, die in Stuttgart geleistet wird.

LISTE 11 tritt an!

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10173163_631349293612393_847148899_oEigentlich ist es ja fast unglaublich: was im vergangenen Frühjahr als eine gute Idee gestartet ist und über den Frühsommer hinaus erste Blüten getrieben hat, was dann im Herbst durch die Gründung der Wählervereinigung konkret wurde, hat jetzt das erste richtig große Etappenziel erreicht.

Bei der Jahresmitgliederversammlung am 2. März haben wir nicht nur einen neuen Vorstand gewählt, sondern wir haben 60 Kandidatinnen und Kandidaten (und 12 ErsatzkandidatInnen) bestätigt, die bereit sind, für uns in den Gemeinderatswahlkampf zu gehen.

Am 4. April wurden wir vom Gemeindewahlausschuss zur Gemeinderatswahl zugelassen und treten bei der Wahl an!

Was bedeutet das?

Insgesamt wurden 12 Parteien zur Gemeinderatswahl zugelassen, darunter neben den 8 Parteien, die bereits im Gemeinderat vertreten waren, auch vier neue, darunter die Stadtisten.

Da bei der Gemeinderatswahl insgesamt 12 Parteien und Gruppierungen mit zusammen fast 700 Kandidaten antreten werden und da man als Wähler insgesamt 60 Stimmen vergeben kann, gibt es auch nicht einen Wahlzettel, sondern es wird einen Block geben, in dem insgesamt 12 Stimmzettel sind, der elfte davon – oder auch: der zweite von hinten! – ist unserer.

Wir sind also LISTE 11!

Als Wähler hat man die Möglichkeit, entweder alle 60 Stimmen einer Partei oder Gruppierung zu geben, oder aber man macht von der Möglichkeit des Kumulierens („Häufelns“) und/oder Panaschierens Gebrauch.

Kumulieren bedeutet: man hat 60 Stimmen, pro Kandidat kann man davon bis zu drei Stimmen verteilen.

Panaschieren bedeutet: man verteilt Stimmen unterschiedlicher Parteien auf maximal drei Stimmzettel.

Aber egal, was man macht: man muss genau darauf achten, dass man auf keinen Fall mehr als 60 Stimmen verteilt, denn sonst sind alle Stimmen ungültig.

Man darf die Bewerber nicht kommentieren, also nichts von Hand auf die Stimmzettel schreiben, außer eben Namen von Kandidaten.

Und natürlich ist klar: es muss eindeutig gewählt werden, man muss also erkennen können, was der Wählerwille ist.

Für die Stadtisten ist es am besten, wenn unsere Wähler den Stimmzettel unverändert abgeben, dann bekommen wir alle gemeinsam insgesamt 60 Stimmen, je mehr Wählerinnen und Wähler das machen, um so größer wird die Chance, dass wir ein oder gar zwei Gemeinderatssitze erlangen können!

Wählt Liste 11!

Und ein Hinweis auch in eigener Sache:

Infos zu den Stadtisten gibt es hier, Infos zu den sechzig Kandidaten der Stadtisten und zu unseren fünf Hauptkandidaten, die oben auf dem Bild zu sehen sind, gibt es hier!

Von Marktplätzen und der Frage aller Fragen

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agora42Ich habe in den letzten sechs, sieben, acht Monaten sehr viele interessante Menschen, sehr viele interessante Projekte kennenlernen dürfen. Agora42 und Wolfram Bernhardt gehören zweifelsohne dazu – schließlich hat er, ehemaliger Kandidat zur Wahl des Stuttgarter Oberbürgermeisters im vergangenen Jahr, gemeinsam mit dem ebenfalls ehemaligen OB-Kandidaten Dr. Ralph Schertlen und dem Stuttgarter Musiker und Online-Aktivisten Thorsten „Putte“ Puttenat die Idee zur Gründung der Stadtisten gehabt. Einer Idee, der ich mich mit großer Freude und viel Engagement verschrieben habe.

Deshalb war es für mich auch gar keine Frage, dass ich mich in meinem Blog mit agora42 beschäftigen werde, als Wolfram dieser Tage auf mich zu kam und mich bat, ein wenig Werbung für diese wertvolle Zeitschrift zu machen. Wie so vielen guten Projekten mangelt es agora42 nicht so sehr an klugen Köpfen, die sich für ihre Sache verkämpfen und sich oft genug damit an den Rand ihrer Kräfte und darüber hinaus bringen, sondern es mangelt eher an der gesellschaftlichen Akzeptanz – in diesem Fall an der notwendigen Zahl von Lesern, die das Überleben dieses wertvollen Stücks gesellschaftlicher Auseinandersetzung zu gewährleisten.

Ich kann nur jedem Leser meines Blogs empfehlen, einen Blick auf die Homepage von agora42 zu werfen oder am besten gleich ans nächste Kiosk oder die nächste Bahnhofsbuchhandlung zu gehen und dort die aktuelle Ausgabe der agora42 zu kaufen – es lohnt sich!

Aber was ist agora42 überhaupt?

„Möglichkeiten, die vorhanden sind, aber nicht als solche wahrgenommen werden, zu thematisieren und damit ins Blickfeld zu rücken, dafür bietet die agora42 eine Plattform. Wir wollen neue Perspektiven eröffnen und stehen insofern für pure Praxis – denn mit Hegel gilt: „Ist erst das Reich der Vorstellung revolutioniert, so hält die Wirklichkeit nicht aus.“

Soweit Wolfram Bernhardt, einer der beiden Macher dieses eindrucksvollen Magazins.

Warum „agora42„? Der Titel der Zeitschrift setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort „agora“ und der Zahl 42.

Wikipedia schreibt zur Definition des Begriffes:

„Die Agora (altgriechisch ἀγορά) war im antiken Griechenland der zentrale Fest-, Versammlungs- und Marktplatz einer Stadt. Sie war aber zugleich auch eine bedeutende gesellschaftliche Institution und als solche ein kennzeichnendes Merkmal der griechischen polis. Als wichtiger Kultplatz war sie der Veranstaltungsort vieler für die Ausbildung einer gemeinsamen Identität entscheidender religiöser Feste mit gymnischen und musischen Agonen. Als Ort der Volks- und Gerichtsversammlungen kam ihr eine herausragende Rolle für das geordnete Zusammenleben in einer Gemeinschaft zu. Bei Homer gilt das Fehlen einer Agora als ein Anzeichen für Recht- und Gesetzlosigkeit. Laut Herodot war die Agora für den Perserkönig Kyros II. das bestimmende Merkmal einer selbstständigen griechischen Stadt „

Agora im Zusammenhang mit der Zeitschrift meint also, dass hier der Ort ist, unterschiedliche Standpunkte und Ansichten nach den Regeln der demokratischen Diskussionskultur auszutauschen.

Die Zahl „42“ dürfte allen Freunden des Schriftstellers Douglas Adams ein Begriff sein, ist doch in seinem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ „42“ die nach einer Rechenzeit von 7,5 Millionen Jahren vom „größten Computer der Welt“, „Deep Thought“ ausgeworfene Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“, die ihm von einer „weit fortgeschrittenen außerirdischen Kultur“ gestellt wurde. „Deep Thought“ empfiehlt, einen noch größeren Computer zu bauen, um die „nicht präzise gestellte Frage“ besser beantwortet zu bekommen.

„Dieser Computer wird gebaut und das Programm zur Suche der Frage auf die Antwort wird gestartet. Es stellt sich heraus, dass dieser noch größere Computer der Planet Erde ist.“

heißt es in „Per Anhalter durch die Galaxis“.

Die aktuelle Ausgabe 01/2014, deren Veröffentlichung am vergangenen Freitag in der LON-Galerie des Stuttgarter Fotografen und Galeristen Duncan Smith gefeiert wurde, widmet sich dem Thema „Veränderung“. Zu den Autoren gehört – zu meiner großen Überraschung – neben einer Reihe anderer kluger Köpfe – auch der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel, einem „großen Sohn“ unserer Stadt Stuttgart. Veröffentlicht wird eine Zusammenfassung des Textes „Daß die Magistrate von den Bürgern gewählt werden müßen (Über die neuesten inneren Verhältnisse Württembergs, besonders über die Gebrechen der Magistratsverfassung)“ mit dem Untertitel „An das württembergische Volk“.

Hegel schreibt dort:

„Die Menschen sind über den derzeitigen Zustand der Gesellschaft besorgt. Das Staatsgebäude ist unhaltbar geworden. Der Wunsch nach einem freieren und gerechteren Leben ist groß. Wenn eine Veränderung geschehen soll, so muss aber auch tatsächlich etwas verändert werden. Es ist also an der Zeit, sich von den alten Verhältnissen zu verabschieden und sich mutig und selbstlos für eine gerechtere Welt einzusetzen. „

Und genau darum geht es in dieser Ausgabe von agora42: Alle Beiträge widmen sich der Theorie und Praxis gesellschaftspolitischer Alternativen, es geht um „Anfang und Ende des modernen Kapitalismus“, über den Konflikt von „Glaube vs. Markt“, einem Text, der sich mit der Betrachtung der Frage beschäftigt, „wo in der Kirche Widerstand wächst“, es wird geschrieben „von der kleinen Vielfalt zur großen Einfalt“ der Medien, ein Beitrag widmet sich dem „King of Change“ Mohandas Karamchand „Mahatma“ Gandhi, im Gespräch mit dem Soziologen und Buchautor Peter Spiegel diskutieren die Herausgeber von agora42, Wolfram Bernhardt und Frank Augustin über „Die kreative Zerstörung des Mesnchenbildes“ und in einem weiteren Artikel wird der Frage nachgegangen, „Warum (…) es keine Weltzentralbank (gibt)?“. Wolfram Bernhardt schreibt über „James Bond und das Ende der Geschichte“ und unter der Überschrift „Land in Sicht“ werden Initiativen vorgestellt, die sich genau damit beschäftigen, womit sich das ganze Heft beschäftigt: Veränderung: „Sie haben das Ruder in die Hand genommen und wollen mit ihrem Unternehmen oder zivilgesellschaftlichen Projekt ökonomisches und gesellschaftliches Neuland betreten“.

Eines der vorgestellten Projekte sind DIE STAdTISTEN – einer neuen kommunalpolitischen Wählervereinigung, der ich selbst als Mitautor des „Stadtistischen Manifests“ und als Stellvertretender Vorsitzender der Wählervereinigung, die im September diesen Jahres gegründet wurde, angehöre.

Der Satz des Mathematikers und Physikers Georg Christoph Lichtenberg „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“ ist der Leitsatz, unter den wir unser Stadtistisches Manifest gestellt haben. Wir wissen nicht, ob es besser wird, aber wir wissen, dass es anders werden muss, um gut zu werden.

Agora42 schreibt zu uns Stadtisten:

„Können Politiker heute noch etwas verändern? Spätestens seitdem der US-amerikanische Präsident Barack Obama unter dem Motto „Change“ angetreten ist und die groß angekündigten Veränderungen bislang ausblieben, haben weltweit viele Menschen den Glauben daran verloren. In Deutschland lebte die Hoffnung, einem Change beiwohnen zu dürfen, im Jahr 2011 wieder auf, als bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg die 58-jährige Regierungszeit der CDU durch Grün-Rot beendet wurde. Doch auch hier hat man nicht das Gefühl, dass sich die grundsätzliche Ausrichtung der Politik geändert hat. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob gesellschaftliche Veränderungen überhaupt noch von der Politik ausgehen können. Wozu also noch Politik, wenn man sie als „Fähigkeit zur alternativen Gestaltung gesellschaftlicher Zukünfte“(Elmar Altvater) sieht?

„Politik, wie wir sie verstehen, bedeutet: gemeinsam Lösungen finden für die Fragen und Probleme, die die Stadt und das Gemeinwesen betreffen“. So lautet der erste Satz des Stadtistischen Manifests, einer Wählervereinigung, die 2014 bei den Gemeinderatswahlen antreten wird. Weiter heißt es: „Viele Menschen setzen sich für Stuttgart auf unterschiedliche Weise ein, begreifen ihr Engagement aber nicht als politisches Handeln. Sie überlassen das Feld den ‚Berufspolitikern‘, von denen sie sich nicht vertreten fühlen. Die Verdrossenheit gegenüber einer Politik, die sich an parteipolitischen Grundsätzen orientiert, nimmt zu. Diesem Unbehagen möchten wir eine konkrete Alternative entgegensetzen“.

Der Gedanke, der dabei mitschwingt, verbindet die Stadtisten mit dem oben genannten Präsidenten, der im Rahmen seines ersten Präsidentschaftswahlkampfs mit folgendem Satz in eine ähnliche Richtung zielte: „Change will not come, if we wait for some other person or some other time. We are the ones we’ve been waiting for. We ar the change that we seek“. Allerdings scheint auch Obamas Change auf eine andere Zeit zu warten. Aber vielleicht haben die Stadtisten Obama gegenüber einen entscheidenden Vorteil, denn: „Wir Stadtisten konzentrieren unsere Kraft auf die Stadt und das, was kommunal machbar ist“.

Vielleicht beginnt der nächste große Wurf ja im Kleinen. Und wer weiß, was passiert, wenn sich wieder viel mehr Menschen als das begreifen, was sie ja als Bürger einer Stadt (und/oder eines Staates) ohnehin immer sind: politisch. Vielleicht sind es am Ende gerade diese Politiker, die heute noch etwas verändern können.“

Es freut mich sehr, dass die Stadtisten in der agora42 das mediale Licht der Welt erblicken durften und diese Zeitschrift uns die Möglichkeit gegeben hat, zum ersten Mal einem über facebook hinausgehenden Publikum bekannt zu werden.

Als kleine Leseprobe möchte ich hier gerne das Interview, das mein lieber Freund und Mit-Stadtist Putte der agora42 gegeben hat, veröffentlichen. Das Gespräch wurde geführt mit Frank Augustin und Wolfram Bernhardt:

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Ich wünsche agora42 und seinen Machern noch viele weitere Ausgaben dieses tollen Magazins!

Der Gockel kräht!

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header_kirchenwahl_2013Am 1. Dezember ist Kirchenwahl. Kirchenwahl? Was ist das denn? Ganz einfach. Am 1. Dezember wählen sich zum einen die evangelischen Christen in den Kirchengemeinden vor Ort in der Evangelischen Landeskirche Württemberg ein neues Leitungsgremium, den Kirchengemeinderat. Er bestimmt für immerhin sechs Jahre die Geschicke der Gemeinde: Haushalt, Sanierung von Gebäuden, Gottesdienstrahmen, Einstellungen von theologischen und nichttheologischen hauptamtlichen Gemeindemitarbeitern, Einstellung von Pfarrerinnen und Pfarrern etc.

Außerdem wird am 1. Dezember die Landessynode gewählt. Die Landessynode ist so etwas wie der Landtag der Evangelischen Landeskirche. Warum eigentlich „Württemberg“ und nicht „Baden-Württemberg“? Im Jahre 1534 setzte der damalige Herzog Ulrich die Reformation im Herzogtum Württemberg durch. Es galt die Grundregel „Cuius regio, eius religio“ aus dem Augsburger Religionsfrieden und dem Westfälischen Frieden und bedeutete: der Glauben, dem der jeweilige Herrscher angehört, wird auch zur Staatsreligion. In Württemberg bedeutete dies: Herzog Ulrich war, nachdem er zum Protestantismus übergetreten ist und Johannes Brenz als Reformator eingesetzt hat, automatisch der summus episcopus, das weltliche und geistliche Staatsoberhaupt, sozusagen der Landesbischof. Dies wurde beibehalten bis zum Ende der württembergischen Monarchie 1918.

Die Grenzen der Landeskirchen hat man damals beibehalten, weshalb es jetzt in Baden-Württemberg eine badische und eine württembergische evangelische Landeskirche gibt.

Wer also Einfluss nehmen möchte auf die Arbeit der Evangelischen Kirche in Württemberg und in seiner Ortskirchengemeinde, dem sei anempfohlen, seine Stimmen für den Gemeinderat und für die Landessynode am 1. Dezember abzugeben. Dies kann man ganz bequem per Briefwahl oder aber im Wahllokal – und das wäre doch eine gute Gelegenheit, mal wieder in den Gottesdienst zu gehen!

Ach ja: weitere Infos rund um die Kirchenwahl gibt es hier!

„Wir schreiben das Jahr 2013 nach Christus…

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Ganz Stuttgart befindet sich im Sonntagsschlaf… Ganz Stuttgart? Nein! Ein von unermüdlichen Stadtisten bevölkertes Ladenlokal hört nicht auf, seine Idee voranzutreiben…“

So könnte man das umschreiben, was sich gestern nachmittag in der „Galerie Dora Asemwald“ im Stuttgarter Heusteigviertel zugetragen hat. Ein kleines Häuflein Stadtisten traf sich gegen 16 Uhr, die Emotionen gingen von völlig ruhig über nervös bis hin zu großer Verzweiflung und schierer Panik, denn eines ist ihnen allen gemeinsam: keiner von ihnen hat jemals an einem ähnlichen Projekt auch nur mitgearbeitet, geschweige denn es zu initiieren und auch wirklich mit großer Zähigkeit und vielen, vielen durchgewachten Nächten auf den Weg zu bringen.

Seit Anfang September sind die Stadtisten nun am Start, im Hintergrund wird unter Hochdruck daran gearbeitet, nach dem vor kurzem der Öffentlichkeit präsentierten „Stadtistischen Manifest“, wie die Stadtisten das nennen, was bei Parteien (die Stadtisten legen großen Wert auf die Feststellung, dass sie eben keine Partei sind!) das Programm ist, nun auch Inhalte nachzuschieben. Inhalte, denen eines gemeinsam ist: Sie stellen keinen Anspruch auf Allgültigkeit, sie stellen keinen Anspruch auf „die Lösung“ der Probleme der Stadt, sie zeichnen sich aus durch das, was die Stadtisten „Haltung“ nennen, eine ethische Richtschnur, an der sich das Handeln orientiert. Es darf mit Spannung auf den „Launch“ der Homepage gewartet werden, denn derzeit ist auf der Seite, die demnächst die Stadtistische Homepage sein wird, lediglich – als „Teaser“ sozusagen – das Stadtistische Manifest zu lesen. Im übrigen ein Stoff, den zu lesen sich lohnt!

Die neu gegründete Wählergemeinschaft „Die Stadtisten“ hat die sozialen Netzwerke erobert und ist seit gestern nachmittag mit einer eigenen Seite auf facebook vertreten. Und was von den Aktiven keiner für möglich gehalten hat: schon innerhalb von nicht einmal 24 Stunden wurde deutlich, dass die Akzeptanz für die Idee der Stadtisten ganz offensichtlich bei vielen den Nerv getroffen hat, übertraf die Zahl derer, die – aus welcher Motivation auch immer – vor ihrem PC, an ihrem Tablet oder Smartphone saßen und „gefällt mir“ gedrückt haben, doch die kühnsten Erwartungen aller Beteiligten.

Freuen wir uns auf weitere Berichte der Stadtisten, freuen wir uns darauf, schon bald wieder von diesem Häufchen hochmotivierter, für eine wunderbare Sache brennender Stuttgarterinnen und Stuttgarter zu lesen und zu hören!

DIE STAdTISTEN sind da!

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Es ist jetzt ein gutes halbes Jahr her, als Wolfram Bernhardt und Ralph Schertlen, die beide im letzten Jahr in Stuttgart zur Wahl des Oberbürgermeisters angetreten sind, sich gemeinsam mit dem Stuttgarter Musiker und Online-Aktivisten Thorsten „Putte“ Puttenat Gedanken gemacht haben. Nun ist ja „Gedanken machen“ schon mal nichts falsches. Die drei haben sich Gedanken gemacht über die Zukunft der Stadt. Alle drei haben festgestellt, dass der Frust über die subjektive und objektive Ohnmacht gegenüber den politischen Spielchen unserer Tage, die Fassungslosigkeit über die Dreistigkeit, mit der manche so genannte „Volksvertreter“ nurmehr ihren eigenen Interessen nachgehen und dabei die Interessen derer, von denen sie einmal gewählt wurden und für die sie eigentlich all ihr Engagement in die Wagschale legen sollten, vollkommen aus den Augen verloren haben.

Diese Frustration und gleichzeitig die Liebe zur Stadt und der unbedingte Wille, etwas gutes für diese Stadt tun zu wollen, hat dazu geführt, dass Bernhardt, Puttenat und Schertlen damit begonnen haben, andere Menschen für die Idee zu begeistern, etwas neues für diese unsere Stadt, für Stuttgart auf die Beine stellen zu wollen: Eine Nicht-Partei, eine Gruppe von Menschen, die als Bürger, nicht als Politiker, im Gemeinderat und außerhalb neue, frische Ideen in den politischen und gesellschaftlichen Alltag Stuttgarts hineintragen zu wollen.

Der Wille, nicht mehr nur als STATIST am Rande zu stehen und auf den Auftritt zu warten – also alle paar Jahre die Stimme bei Wahlen ab- und an andere zu übergeben, sondern selbst ins Geschehen einzugreifen und die Geschicke der STADT in die eigenen Hände zu nehmen – aus dieser Idee ist dann auch der Name der „Nicht-Partei“ entstanden, die im kommenden Jahr als neue politische Kraft zur Wahl des Stuttgarter Gemeinderats antreten wird: DIE STAdTISTEN!

Innerhalb von nur wenigen Monaten hat sich mit unglaublicher Dynamik aus einer kleinen Gruppe von Leuten, die sich in einer facebook-Gruppe gefunden haben, eine facebook-Gruppe von mehr als 100 Menschen entwickelt, von denen etwa ein Viertel mehr und mehr auch „offline“ an der Realisierung dieses Projekts, dieser Idee gearbeitet haben. Ein Verein wurde gegründet, es wurde eine Art Grundsatzprogramm geschrieben, das aber nicht so heißt, sondern den schönen Namen „DAS STAdTISTISCHE MANIFEST“ trägt, eine Homepage wurde erstellt, Positionspapiere wurden – und werden – geschrieben und heute geht die Kommunalpolitische Wählervereinigung in die Öffentlichkeit!

Ab heute kann jedermann – und frau! – das „Stadtistische Manifest“ selbst lesen und sich von der Idee, der Haltung der Stadtisten ein eigenes Bild machen:

http://www.die-stadtisten.de/

Da ich selber ebenfalls ein sehr aktiver und absolut überzeugter Stadtist geworden bin, seit ich das erste Mal von dieser wunderbaren Idee gehört habe, lade ich von ganzem Herzen dazu ein, die Homepage der Stadtisten aufzurufen, das Stadtistische Manifest zu lesen und einfach mit mir oder mit einem der anderen Aktiven Kontakt aufzunehmen und sich auf einem der nächsten öffentlichen Stadtisten-Treffen ein eigenes Bild von dieser zauberhaften, bunten Mischung von Menschen zu machen, denen die Stadt am Herzen liegt!